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Mit Respekt Weltmeister
Viermal Gold für Taekwondo-Schule Lyong Ho
Fast 4000 Taekwondo-Sportler aus 53 Nationen nahmen am diesjährigen „World Taekwondo Hanmadang” teil, der weltweit größten Veranstaltung dieser uralten asiatischen Kampfkunst am 10. bis 13. August 2011 in Seoul Namyangju Sports Culture Center (Südkorea).
Für Deutschland traten dabei insgesamt neun Kämpfer des Deutschen Taekwondo-Bundes unter Leitung von Großmeister Song, Chan-Ho (9. Dan) an. Drei davon waren die Meister-Schüler der Internationalen TKD-Sportschule Lyong Ho aus Ruppichteroth unter Leitung von Lehrmeister Padith Phongpachith (5. Dan): Meister Mukdanin Daniel Phongpachith (4. Dan), Meister Joswin Kattoor (4. Dan) und Meister Alex Gaevskij (4. Dan). Und die drei machten das fast Unfassbare wahr. Sie gewannen nicht nur die Weltmeisterschaft im Synchronwettkampf im Formenlauf und damit drei Goldmedaillen für Deutschland, Mukdanin Daniel Phongpachith (23 Jahre) erzielte auch noch eine Goldmedaille in der Kategorie Power-Bruchtest mit der Handkante. Der 24-jährige Alex Gaevskij kam beim Bruchtest mit Fusstechniken ebenfalls ins Finale und erreichte die Bronzemedaille.
Beim Synchronwettkampf im Formenlauf mussten die Teilnehmer dabei nach einer eigenen Choreografie eine Reihe von Abwehr- und Angriffstechniken gegen imaginäre Gegner präsentieren. Bewertet wurden nicht nur Kreativität, Präzision, Kraft und Ausdauer, sondern auch die Synchronität der Bewegungen und der Gesamteindruck. Und was die Ruppichterother zeigten, die als erstes Team ihrer Gruppe starteten, war eine atemberaubende Interpretation der koreanischen Selbstverteidigung, die auch die Kampfrichter beeindruckte. Zum Jubel der zehntausenden Zuschauer erzielten sie den ersten Platz und errangen somit den Weltmeistertitel.
„Je näher der Tag rückte, an dem wir unsere Form präsentieren, auspacken durften, desto mehr passierte ihn mir“, kommentierte Mukdanin Daniel Phongpachith. „Da ist diese Spannung, keine Anspannung, aber man will es, und gleichzeitig ist da auch dieses Hin und Her, wenn man aufgeregt ist. Und der Körper ist voller Adrenalin. Man hat so hart dafür trainiert. Das ist für mich der spannendste Moment, wenn man nicht mehr weiss, ob das Spass ist oder Ernst ist. Und gleichzeitig weiss ich, Taekwondo macht Spass, dass hat dir immer schon Spass gemacht. Und hej, das ist dann einfach die Lösung. Und wir nehmen den Spass ernst und umgekehrt.“ „Das schönste Gefühl ist dabei, oben auf der Bühne zu stehen, kurz bevor der Kampfrichter den Beginn der Prüfung signalisiert,“ meinte Alex Gaevskij: „Das ist der Moment, wenn das Herz am meisten schlägt, und dann während der Form, da lässt man die Bewegungen einfach fliessen,“ „Auf einmal wird man sich mittendrin bewusst, wo man ist und worum es geht, und lässt es geschehen, zumindest bei mir war das so,“ ergänzte der in Eitorf geborene Joswin Kattoor (28 Jahre). „Danach hatte ich das Gefühl, es war ganz gut...“ „Dann geniesst man es und wartet nur noch ab, wie die anderen laufen, und drückt die Daumen“, so Gaevskij. „Der Jubel der Zuschauer und schliesslich der Weg zum Podest… und auf einmal kamen die anderen und wollten Fotos mit uns machen, da haben wir erst realisiert, dass wir Weltmeister sind.“
Im anschließenden Bruchtest demonstrierten die drei Taekwondoin, dass sie Dynamik und Konzentrationsfähigkeit auch in Kraft umsetzen können. Mit schier unglaublicher Leichtigkeit zerschmetterte Mukdanin Phongpachith aus Ruppichteroth 13 Steinplatten mit der Handkante. Sein stärkster Konkurrent, der Vierfachweltmeister aus dem Iran, schaffte nur neun Steinplatten. Damit ist Mukdanin Daniel Phongpachith der neue Weltmeister 2011. Alex Gaevskij setzte die Erfolgsserie mit seinem Yop-Chagi, einem seitlichen Fußkick, fort. Allerdings traf er die acht Steinplatten nicht exakt und verfehlte so knapp den Sieg in seiner Gruppe. Schade, so reichte es nur zum dritten Platz und zur Bronze-Medaille. Insgesamt erzielte das neunköpfige deutsche Team acht Medaillen, sechs Goldmedaillen und zwei Bronzemedaillen. Das Lyong-Ho-Team gewann dabei fünf Medaillen. Viermal Gold und einmal Bronze.
„Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung unseres gesamten deutschen Teams aus Münster und Ruppichteroth,“ kommentierte Lehrmeister Padith Phongpachith. „Mit Respekt vor unseren Gegnern und Kampfgeist haben wir alles gegeben. Wenn man seinen Gegner nicht unterschätzt, konzentriert man sich besser und verstärkt so die eigene Kampfkraft. Es ist das erste Mal, dass wir mit so grossem Erfolg an diesem bedeutenden World Taekwondo Hanmadang in Korea teilgenommen haben. Für nächstes Jahr werden wir uns noch besser vorbereiten.“
Wir danken allen Teilnehmern und ihren Angehörigen und dem Deutschen Taekwondo-Bund e.V. unter der Leitung von Großmeister Song Chan Ho 9. Dan aus Münster, Rheine, Emsdetten, Warendorf , Attendorn und Paderborn, und dem Cheftrainer Lehrmeister Padith Phongpachith 5. Dan aus Ruppichteroth , Troisdorf (Spich), Eitorf und Waldbröl.
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